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Lesertest: EPSON Stylus Photo 950: Erfahrungsbericht Epson Stylus Photo 950

Hinweis: Für mindestens einen in diesem Artikel erwähnten Drucker ist der ausführliche Testbericht "Das Foto-Multitalent" (Nov. 2002) verfügbar.

Ich benutze den Photo 950 entgegen seiner Bezeichnung nicht für den Ausdruck von Photos, sondern überwiegend zum Drucken von hochwertigen Konzeptentwürfen (Prospekte etc.) für meine Kunden. Auch die eine oder andere CD wurde nach einigem hin- und her erfolgreich bedruckt.

Lieferumfang

Epson gibt dem Stylus Photo 950 ein umfangreiches Zubehörpaket mit auf den Weg. Neben den üblichen Treibern und Hilfsprogrammen beherbergt der überdimensionale Karton einen Einschub-Caddy für das Bedrucken von CD-Rohlingen (nebst einem passenden Rohling), eine Schablone für den manuellen Einzug von Papier und Karton, sowie eine massive Papierschneideeinheit nebst Auffangbehälter, die bei Bedarf vorn an den Drucker aufgesetzt werden können. Die Schneideeinheit ermöglicht u.a. die Herstellung "amtlicher" Photos im Format 13x9, indem sie eine ebenfalls im Lieferumfang enthaltene "Endlosrolle" Photopapier automatisch und akkurat beschneidet. Weitere Zugaben stellen ein Programm für das Bedrucken von CD-Rohlingen sowie eine Auswahl verschiedener Epson-Hauseigener Papiersorten dar. Die beigelegten Tintenpatronen waren bei mir etwa zu zwei Dritteln befüllt, reichen jedoch erstaunlich lang.

Farbechtheit

Epson liefert für den Stylus Photo 950 ein Farbprofil mit, das es nach einiger Feinjustierung tatsächlich schafft, farbechte Proofs für den anschließenden Druck in einer Druckerei zu liefern. Das Erstellen von Proofs gehört mit zu den Hauptaufgaben, die der Drucker bei mir zu leisten hat, und er erledigt diese Aufgabe mit bravour.

Duplexdruck

Wie Eingangs erwähnt liegt der zweite Schwerpunkt seiner Aufgabe auf dem Ausdruck überzeugender Prospektvorlagen für Kunden, vorzugsweise auf matt gestrichenem Papier, randlos und doppelseitig bedruckt. Der Epson verfügt leider über keinen automatischen Einzug für den doppelseitigen (Duplex) Druck, jedoch bringt das manuelle Wenden des Papieres nur einen marginalen Seitenversatz, der in der Praxis für diesen Einsatzzweck zu vernachlässigen ist (Versatz liegt bei < 1mm). Besser bekommen das auch viele Druckereien nicht hin.

Bedrucken von Datenträgern

Völlig anders stellt sich das Bedrucken von CD-Rohlingen dar (der dritte Schwerpunkt meiner täglichen Arbeit): Epson liefert hierfür ein eigenes Programm mit, das für die Erstellung oder professionelle Bearbeitung eines CD-Labels vollkommen ungeeignet ist. Eine Schablone direkt aus Photoshop oder anderen Layout-Programmen zu erstellen stellt sich als nahezu unmöglich dar, da der Epson das zu druckende Label quasi nach dem Zufallsprinzip auf dem Rohling zu platzieren scheint. Ein Druckversatz von > 1 cm in jede beliebige Richtung bei jedem einzelnen Ausdruck ist hier leider die Regel, was das Bedrucken von Rohlingen über Programme von Drittherstellern nahezu unmöglich macht. Als einzige Alternative gilt hier, das Label mittels eines professionellen Programmes zu erstellen und anschließend als unkomprimiertes JPEG zu exportieren. Dieses JPEG lässt sich dann in die mitgelieferte CD-Label Software importieren. Der anschließende Druck des Rohlings zeichnet sich dann zwar noch immer durch einen deutlichen Versatz aus, jedoch fällt dieser mit wenigen Millimetern deutlich geringer aus. Warum das so ist, ist mir bis zum heutigen Tag verborgen geblieben. Tiffs oder ähnlich hochauflösende Formate lassen sich mit der CD-Label Software leider nicht importieren.

Einen weiteren Kritikpunkt beim Bedrucken von CD-Rohlingen bildet die leider sehr eingeschränkte Festlegung des Druckbereiches. Der Rohling kann nach Innen maximal bis auf Höhe des größeren Ringes bedruckt werden. Ein Drucken bis an das gestanzte Führungsloch des Rohlings ist nicht möglich. Zur Außenseite ist ein Überdrucken des Randes jedoch problemlos möglich.

Tinte von Drittherstellern

Noch ein nicht unerheblicher Kritikpunkt ist die Verwendung von Tinte von Drittanbietern. Abgesehen davon, dass die Auswahl für das Modell Stylus Photo 950 hier so gering ausfällt, wie bei kaum einem anderen Drucker, erkennt der Epson, dass er mit nicht-original-Patronen gefüttert wird. Man kann die Tintenpatronen zwar trotzdem installieren, jedoch wird jegliches Drucken im Anschluß nahezu unmöglich. Streifenbildung ist noch eine der harmloseren Folgen - manche Farben weigern sich gar völlig, ihren Weg auf das Papier zu finden. Das Reinigen der Druckdüsen bringt hier leider keinen Erfolg. Erst das Nachfüllen mit der teuren original Epson-Tinte lässt den Drucker wieder "schnurren" wie am ersten Tag. Diese Tatsache lässt in mir den Verdacht reifen, dass "Fremdtinte" nicht etwa prinzipiell ungeeignet ist und womöglich die Druckdüsen verstopft, wie sich anhand der Symptome vermuten ließe, sondern dass der Epson gezielt den Farbauftrag fremder Tinte sabotiert. Nach dem Wechsel zurück zur Epsontinte hatte ich mich eigentlich auf eine wahre "Düsenreinigungsorgie" eingestellt, zumal der Epson mittlerweile beinahe 12 Wochen nicht mehr im Betrieb war. Doch kaum waren die neuen Patronen installiert, druckte der 950 vollkommen sauber drauflos, ohne auch nur einen einzigen Reinigungsvorgang zu benötigen.

Papiersorten

Weit weniger wählerisch zeigt sich der Drucker, wenn es um unterschiedliche Papiersorten geht. Im Gegensatz zu meinem alten HP Deskjet 1200C liefert er auf allen getesteten Papiersorten (verschiedene Hersteller) gleichwertige Ausdrucke. Der HP gab hier verschiedenen Papiersorten schon einmal gänzlich unterschiedliche Farbstiche mit auf den Weg. Zum Einsatz kamen Normalpapier, matt gestrichenes Papier sowie Photo- und Glossy-Paper. Auch Karton (etwa für Visitenkarten) bedruckt der Epson so selbstverständlich wie man es von einem Drucker dieser Preisklasse erwarten darf.

Zuverlässigkeit

Die Zuverlässigkeit des Epson kann nur als vorbildlich bezeichnet werden (vorausgesetzt er ist mit den Original-Tintenpatronen befüllt). In den beinahe 20 Monaten seiner Verwendung gab es nicht einen einzigen Papierstau oder anderweitige Probleme. Auch eine mehrere Wochen lang andauernde Betriebspause nimmt der 950 nicht übel.

Drucktempo

Das Tempo möchte ich als moderat bezeichnen. Der Photo 950 ist mit Sicherheit kein Arbeitstier, das man möglichst lautlos mehrere hundert Seiten am Stück ausdrucken lässt. In der höchsten Auflösung (über den Druckertreiber ausschließlich manuell einzustellen) benötigt der Epson etwa 8 bis 10 Minuten für eine komplett farbig bedruckte DIN A4 Seite. Eine Textseite schafft er in akzeptablen 20 Sekunden.

Geräuschentwicklung

Bei seiner Arbeit entwickelt der Epson Stylus Photo 950 ein ebenfalls als moderat zu bezeichnendes Geräuschniveau. Er ist weder besonders leise, noch tut er sich als "Radaubruder" hervor.

Druckqualität Text

Die Qualität der Ausdrucke ist im Textbereich gut. An einen Laserdrucker kommt der 950 natürlich nicht heran, grobe Patzer wie sichtbare Fransen oder Ähnliches leistet er sich jedoch ebenfalls nicht.

Druckqualität Grafik

Grafiken zaubert der Epson mit einer Selbstverständlichkeit auf das Papier, dass es eine Freude ist. Gestochen scharfe Details, keine Farbverwischungen, satte und leuchtende Farben. Selbst feinste Details wie Haarlinien, Wasserzeichnen oder filigrane Muster stellt er sauber und ohne sichtbare Schwächen dar. Farbschatten in größeren Flächen, wie man sie aus Offset-Druckereien kennt, sind für den Epson ein Fremdwort. Dennoch "schmummelt" der 950 hier nicht. Die Farbwerte sind akkurat und authentisch. Die Verwendung eines korrekten Farbprofils vorausgesetzt, druckt der Epson aus PDF-Dokumenten heraus absolut amtliche Farbproofs.

Fazit

Wie bereits weiter oben erwähnt, ist der Epson kein echtes Arbeitstier. Er ist weder flüsterleise noch erledigt er in Windeseile die anfallende Bürokorrespondenz. Dafür ist er jedoch auch nie konzipiert worden. Wer sich den 950er zulegt, wird vor allem eines von ihm erwarten: erstklassige, saubere und farbechte Ausdrucke. Und genau die liefert er.

01.01.70 01:00 (letzte Änderung)
Technische Daten

5 Wertungen

 
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