IDC Marktentwicklung Q1/2026

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Erschienen am 25. Juni 2026 bei Druckerchannel.de, 1 Seite(n)

https://www.druckerchannel.de/artikel.php?ID=5476


Tintendrucker stabil, Tintentanker stark und Laser schwach

Noch bis einschließlich des ersten Quartals 2025 hat das US-amerikanische Marktforschungsunternehmen IDC im Drei-Monats-Rhythmus Marktzahlen zu Druckerauslieferungen frei zugänglich gemacht.


Mittlerweile stehen die (dann auch ausführlicheren) Berichte im Rahmen des "Hardcopy Peripherals Tracker" ausschließlich zahlenden Kunden zur Verfügung. Immerhin gibt es in losen Abständen Wasserstandsberichte.

Zuletzt hat IDC die weltweiten Druckerauslieferungen für das Kalenderjahr 2025 auf rund 78,3 Millionen Einheiten geschätzt. Die Zahlen sind dabei immer als "Sell-In" zu verstehen. Berechnet wurden also die von den Herstellern (zu den Großhändlern oder Distributoren) ausgelieferten Drucker. Die Anzahl der beim Endkunden installierten oder aufgestellten Geräte kann davon abweichen.

Q1/2026: Technologiewechsel schreitet voran

Nun gibt es mal wieder einen (recht groben) Überblick über die Entwicklungen im ersten Quartal 2026 - und diese sehen für die Branche alles andere als gut aus. Der ohnehin von einem Strukturwandel (Digitalisierung) "betroffene" Markt hat zusätzlich mit makroökonomischen "Herausforderungen" zu kämpfen, die nicht nur durch die schlechte Konjunktur bestimmt sind, sondern vielmehr auch aufgrund von Belastungen durch geopolitische Unsicherheiten (insbesondere Zölle und den Nahostkrieg) verstärkt werden.

Einer geschwächten Nachfrage stehen somit auch "belastete" Lieferketten und dadurch auch Produktengpässe gegenüber. Das ist zweifelsfrei alles andere als eine wünschenswerte Kombination.

Aus technologischer Sicht setzte sich dabei der Trend fort, der schon seit längerem zu beobachten ist. So zeigen sich Auslieferungen von Tintendruckern recht stabil und von Laserdruckern zugleich schwach. Vornehmlich Unternehmen halten sich mit Käufen zurück und verlängern die Produkterneuerungszyklen ihrer IT-Flotte. Dazu kommt (besonders im Einstiegssegment) auch ein Schwenk von kleineren Laserdruckern hin zu Bürotintendruckern.

Als besonders stark zeigten sich weiterhin Tintentankdrucker, die im Privatumfeld und auch bei kleinen und mittelständischen Unternehmen stark im Aufwind sind.

Weltweite Analyse

Absolute Zahlen liefert IDC nicht. Im Vergleich gesehen haben Tintentankdrucker den Markt aber aufgerollt. Gerade im Privatumfeld und in kleineren Unternehmen steigen die Marktanteile gegenüber Geräten mit Patronen oder solchen, die auf Laser basieren, stetig und scheinbar auch nachhaltig.

Schwach zeigten sich Auslieferungen von Laserdruckern in den meisten Segmenten. Negativ stechen dabei Geräte ohne Scanner und A3-Multifunktionssysteme hervor.

Regionale Unterschiede

Westeuropa

Der westeuropäische Markt hat sich mehr oder weniger wie oben beschrieben entwickelt. Die ersten drei Monate in 2026 wurden (gegenüber dem Vorjahresquartal) mit einem der größten Rückgänge seit Beginn der Aufzeichnung abgeschlossen. Mittlerweile dominieren Multifunktionssysteme den Markt deutlich. Der Wechsel von Tintendruckern mit Patronen hin zu Tankern geht unverändert und sogar beschleunigt voran.

Der weltweite Übergang von Tintenpatronen zu Tintentanks verdeutlicht, wie Anbieter und Vertriebskanäle sich an die veränderten Marktbedürfnisse von Heim- und Büroanwendern anpassen. Die Entwicklung einer Strategie auf Basis detaillierter Daten nach Technologie und Land unterscheidet reaktive von proaktiven Anbietern.Roberto Alunni, Senior Director bei IDC

Zu beachten ist, dass die Einschätzung für den westeuropäischen Markt nicht unbedingt deckungsgleich mit der Entwicklung in Deutschland oder generell anderen deutschsprachigen Ländern ist.

Restliche Welt

Der asiatisch-pazifische Markt (ohne Japan und China) hatte mit einer schwachen Nachfrage zu kämpfen, was jedoch zum Teil auch auf stärkere vorherige Quartale zurückzuführen ist. Drucker mit Tintentanks dominieren den äußerst preissensiblen Markt deutlich und sind der wichtigste Wachstumstreiber.

Für den chinesischen Markt wurde die Prognose für das Gesamtjahr nach unten korrigiert. Die Ursache ist der enorme Kostendruck durch den Nahostkrieg und entsprechend hohe Rohstoffpreise. Preiserhöhungen beim Kunden führen in der Folge zu einer Dämpfung der Nachfrage.

In Lateinamerika wird über eine starke Nachfrage nach Tintendruckern berichtet. Die schon länger im Aufwind befindlichen Tintentankdrucker dominieren auch diesen Markt deutlich.

Der tatsächliche Rückgang von ausgelieferten Laserdruckern in den USA war erwartet, verlief aber nochmals schwächer als vermutet. Das betrifft sowohl S/W- als auch Farbgeräte. Relativ gesehen lief es für Hersteller von Multifunktions-Tintendruckern deutlich besser als zunächst angenommen, jedoch dürften die höheren Energie- und Kraftstoffpreise im Jahresverlauf zu einer sinkenden Konsumnachfrage führen.

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