Test: Brother MFC-J6940DW vs. Epson Workforce WF-7840DTWF vs. HP Officejet 7740

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Leistungsfähige Bürotintendrucker gibt es für wenig Geld. Selbst für Formate bis A3 reicht ein Budget von 300 bis 400 Euro locker aus. Dafür bekommt man zwei Kassetten für Papier, einen ADF mit Duplex-Scan und wischfeste Pigmenttinten. Brother, Epson und HP setzen dabei unterschiedliche Prioritäten. Schauen wir uns das mal näher an.

Erschienen am 3. Juli 2023 bei Druckerchannel.de, 14 Seite(n)

https://www.druckerchannel.de/artikel.php?ID=4708


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Druckertreiber, Scannertreiber & Webserver

Die Druckertreiber der drei Kandidaten

Neben der Bedienung direkt am Bedienpanel ist der Druckertreiber mit die wichtigste Interaktionsquelle mit dem Multifunktionsgerät. Bei Netzwerkdruckern mit integriertem Webserver lassen sich zumeist auch viele wichtige Einstellungen, für die das Display zu klein und die Tasten zu fummelig sind, vornehmen.

Für unseren Test haben wir die Windows-10-Version (64 Bit) des Treibers verwendet. Die Versionen für MacOS oder Linux können optisch und funktional abweichen. Insbesondere bei MacOS hält sich die Darstellung recht streng an die vorgegebenen Standards von Apple.

Die Installation der drei Druckertreiber stellte sich als sehr einfach heraus. Es bedarf keinerlei Vorwissens. Am einfachsten funktioniert es, wenn man die angebotenen Assistenten benutzt. Wir empfehlen allgemein den Download der Druckertreiber von den Supportseiten der Hersteller direkt, da so auf die aktuellste Version zurückgegriffen wird.

Zudem befindet sich dort auch eine mehr oder weniger große Anzahl weiterer Software zum Einsatz für die Drucker und Multifunktionsgeräte.

Der Brother Druckertreiber

Der Druckertreiber ist, wie von Brother gewohnt, übersichtlich gestaltet und bietet Zugriff auf alle benötigten Einstellungen. Für häufig wiederkehrende Druckjobs lassen sich Profile anlegen, um nicht jedesmal alle Einstellungen erneut auswählen zu müssen.

Die meisten der möglichen Einstellungen sind selbsterklärend. Über die diversen Reiter kommt man in weitere Einstellungs- und Auswahlmöglichkeiten.

Wählt man ein benutzerdefiniertes Format aus, ist kein Randlos- oder Duplexdruck mehr möglich.

Der Epson Druckertreiber

Der Druckertreiber bietet das von Epson gewohnte Bild. Alle für den Alltag notwendigen Einstellungen können schnell und übersichtlich vorgenommen werden. Auch hier lassen sich selbst definierte Einstellungen vornehmen und für später abspeichern. Die "festen" Profile/Vorgaben von Epson können dagegen nicht verändert oder gelöscht werden. Allerdings lassen sich diese im Dialogfeld zu "Benutzerdefinierte Voreinstellungen" verbergen oder an eine andere Stelle schieben.

Bei unzulässigen Kombinationen (z.B. Randlosdruck in Kombination mit Duplexdruck) erfolgen sofort Warnhinweise. Gut ist auch, dass nicht mögliche Kombinationen weitgehend vorab ausgeblendet werden. So wird verhindert, dass es nach der Auswahl erst zu Warnhinweisen kommt oder der Drucker einen Fehler meldet.

Wird das Format A3+ gewählt, verschwindet die Option randlos komplett. Der Randlosdruck ist generell bei benutzerdefinierten Formaten nicht möglich.

Der HP Druckertreiber

Der Druckertreiber ist wie gewohnt gut aufgeräumt und (sehr) sehr übersichtlich. Im normalen Gebrauch wird man nichts vermissen. Auch hierbei lassen sich bevorzugte Druckeinstellungen abspeichern. Dieses mal heißen sie allerdings "Druck-Verknüpfungen". Die HP-Vorgaben sind gesperrt (mit einem Schloss-Symbol) und lassen sich nicht löschen.


Die Scannertreiber der drei Kandidaten

Auch bei der jeweils mitgelieferten Software gehen die Anbieter unterschiedliche Wege in Aussehen und Funktionsumfang.

Der Scannertreiber von Brother

Brother bietet hier mit "iPrint&Scan" eine ziemlich umfangreiche Software an, die eine Vielzahl von Einstellmöglichkeiten bietet.

Falls bei der automatischen Texterkennung das Ergebnis nicht zufriedenstellend ist, kann es helfen den Scan oder die Vorlage zu drehen. Das Gilt vor allem für die Speicherformate .rtf ("rich text") und ".txt" (Text).

Der Scannertreiber von Epson

Seit Jahren stellt Epson für seine Drucker die Software "Epson Scan2" zur Verfügung. Es handelt sich um ein eigenständiges Programm, mit dem das Multifunktionsgerät direkt angesprochen werden kann. Aus bestimmten Programmen, wie zum Beispiel Adobe Photoshop, kann die Software über eine TWAIN-kompatible Schnittstelle zum Direktimport aufgerufen werden.

"Epson Scan2" ermöglicht vor dem Scan eine Scanvorschau um das Ergebnis vorher beurteilen zu können. In der Hauptansicht lassen sich zum Beispiel der Ausschnitt festlegen und weitere Feineinstellungen vornehmen. Damit sind bestimmt die meisten wichtigen Aufgaben zu erledigen.

Epson "ScanSmart"

Zur seit längerem bekannten Scan- und Twain-Anwendung "Epson Scan 2" gesellt sich für Windows- und Mac-Umgebungen zudem die einfache und gut zu bedienende Anwendung "Epson ScanSmart". Damit lassen sich alle wichtigen Scanaufgaben schnell und vor allem selbsterklärend durchführen. Das Programm öffnet sich automatisch, wenn man am Drucker selbst die "Scan to Computer"-Funktion aufruft, kann aber auch selbstständig aufgerufen und dann Scans ausgelöst werden.

Der Vorteil dieser Anwendung ist, dass man die zu scannenden Dokumente zunächst in einer Vorschau sieht, einzelne Seiten verschieben und auch entfernen kann. Im letzten Schritt lässt sich das gesamte Dokument (auf Wunsch mit OCR) speichern und oder auch weiterleiten.

Der Scannertreiber von HP

HP bevorzug inzwischen verstärkt seine "Smart-App", die dann am Computer, aber auch auf den Mobilgeräten, mehr oder weniger gleich aussieht. Eine weitere einfache Möglichkeit ist auch die App "HP Scan and Capture" im Microsoft Store.

Um alle Funktionalitäten von "HP Smart" nutzen zu können, und da fällt leider auch das Scannen darunter, muss man sich mit einem Konto bei HP anmelden. Sonderbarerweise geht es unter MacOS auch ohne Anmeldung.


Das Webinterface der drei Kandidaten

Gerade bei Druckern mit vielen Funktionen lässt sich sehr viel über das sogenannte Webinterface (auch "embedded web server", EWS) einstellen, welches über die Eingabe der IP-Adresse des Druckers in einem Web-Browser nach Wahl erreichbar ist. Je nach Möglichkeiten des Druckers sind dort viele Parameter einstellbar. Einige Funktionen lassen sich ausschließlich über das Web-Interface steuern, weshalb es durchaus Sinn macht, sich damit näher zu beschäftigen. Die ein oder andere Funktion kann gesperrt oder auch (wieder) freigegeben werden.

Das Brother Web-Interface

Das gut gegliederte Webinterface ermöglicht alle Einstellungen des Druckers - ohne sich mühsam über das Display durch die Menüs zu hangeln. Viele wichtige Funktionen und Einstellungen, gerade für einen Drucker in einer Büroumgebung, können hier vorgenommen werden.

Das Epson Web-Interface

Über das Webinterface des Epson gelangt man zu einer Vielzahl von Einstellmöglichkeiten - auch wenn es in der Standardansicht gar nicht danach aussieht. Erst nach der Anmeldung eröffnen sich die Tiefen der Einstellmöglichkeiten. Der Aufbau ist schnörkellos und funktional - es fehlt nichts.

Das HP Web-Interface (Embedded Web Server)

Das modernste und übersichtlichste Interface bietet zweifelsohne HP. Ähnlich zur "Smart App" setzt HP auf eine Oberfläche mit einer Art Kacheln als Schaltflächen. Um Zugang zu allen Funktionalitäten zu erhalten, muss man sich als admin anmelden und eine PIN eingeben - diese ist auf dem Drucker selbst vermerkt.

Im "EWS" findet man auch einen Hinweis darauf, dass WLAN und Ethernet nicht gleichzeitig nutzbar sind.


Scansoftware und OCR
Brother MFC-J6940DW

Brother MFC-J6940DW

Epson Workforce WF-7840DTWF

Epson Workforce WF-7840DTWF

HP Officejet Pro 7740EOL

HP Officejet Pro 7740

Scansoftware
(Windows 10)
iPrint and ScanEpson Scan2
Epson ScanSmart
HP Smart APP, HP Scan, Readiris Pro
OCR direkt am Gerät/
durchsuchbare PDF
Nein
OCR vom ComputerJa
Copyright Druckerchannel.de

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