Test: Tintendrucker mit ADF und Fax für Zuhause

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Tintendrucker für Zuhause haben den Ruf besonders durstig zu sein. Mittlerweile gibt es aber auch Drucker mit Befüllung aus Flaschen. Die drucken zwar besonders günstig, sind aber auch deutlich teurer im Einkauf. Druckerchannel testet vier fotofähige Multifunktionsdrucker mit und ohne Tinte aus Flaschen.

Erschienen am 15. Dezember 2017 bei Druckerchannel.de, 15 Seite(n)

https://www.druckerchannel.de/artikel.php?ID=3915


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Druckkosten

Insbesondere günstige aber auch mittelklassige Tintendrucker verursachen hohe Folgekosten, die schnell den Preis des Druckers übertreffen können - das ist soweit bekannt. Um den Spieß hier umzudrehen, hat Epson die Ecotank-Serie auf den Markt gebracht, die besonders günstige Folgekosten verursachen. Im Gegenzug ist jedoch der Drucker fünfmal so teurer und ist in aller Regel dazu auch recht einfach im Funktionsumfang. Den gleichen Weg geht die Pixma-G-Serie von Canon.

Man muss sich entscheiden: Möchte ich einen günstigen Drucker, oft sogar mit einem gutem Funktionsumfang, oder möchte ich kostengünstig mit Originaltinte drucken und somit sogar uneingeschränkt die Herstellergarantie nutzen?

Dokumente und Methodik

Für die Ermittlung der Druckkosten verwendet Druckerchannel zum einen die genormten Angaben der Hersteller nach ISO/IEC 24711. Dabei drucken die Druckerhersteller ein gemischtes Grafik- und Text-Dokument auf Normalpapier. Zum anderen misst das Druckerchannel-Testlabor die Folgekosten selbst: in optimaler Qualität, großflächig auf Fotopapier und mit Rand.

Gegenüber der ISO-Messung testet Druckerchannel auch die Folgekosten beim Fotodruck auf Glanzpapier. Da sich der Farbauftrag hierbei stark ändert gehen die Reichweiten entsprechend runter und der Preis je gedrucktem Foto (gegenüber der Ausweisung auf Normalpapier) deutlich in die Höhe. Dabei kann sich auch die Rangfolge ändern: Drucker mit günstigen ISO-Kosten sind nicht zwangsläufig auch auf Fotopapier günstig und andersherum.

Da es sich bei der ISO-Vorlage um ein gemischtes Farb- und Schwarzdokument handelt, haben wir die reinen Kosten der Schwarzpatrone extrahiert und zusätzlich dargestellt. Diese bleiben in den Farbkosten jedoch eingerechnet.

Für die Kalkulation nehmen wir 30.000 ISO-Seiten oder 3.000 A4-Farbfotos als Grundlage. Die Reichweite der Tinte aus dem Lieferumfang ziehen wir dabei ab. Die Geräte aus diesem Vergleichstest sind fett dargestellt. Weitere aktuelle Geräte zeigen wir im Vergleich an. Unter Umständen steht hier jedoch noch kein von Druckerchannel gemessener Wert für die Foto-Folgekosten zur Verfügung.

Druckkostenanalyse 11/2019*1
Seitenpreis mit
'ISO-Farbdokument'*2 (30.000 Seiten)
Seitenpreis mit
'Schwarzanteil aus ISO-Farbdokument'*3 (30.000 Seiten)
Seitenpreis mit
'DC-Farbfoto'*4 (3.000 Seiten)
    
Epson Ecotank ET-4750 (Flaschentinte)
 
 
0,4 ct
 
 
0,1 ct
 
 
2,9 ct
Canon Pixma G4500 (Flaschentinte)
 
 
0,5 ct
 
 
0,2 ct
 
 
5,1 ct
Canon Maxify MB5150
 
 
6,4 ct
 
 
1,4 ct
 
 
44,0 ct
Brother MFC-J5330DW
 
 
7,1 ct
 
 
1,4 ct
Epson Workforce Pro WF-4720DWF
 
 
7,5 ct
 
 
2,1 ct
 
 
59,7 ct
HP Officejet Pro 8710
 
 
8,7 ct
 
 
2,4 ct
 
 
59,3 ct
Canon Pixma TR8550
 
 
13,4 ct
 
 
4,1 ct
 
 
79,8 ct
Brother MFC-J890DW
 
 
16,1 ct
 
 
5,0 ct
HP Envy Photo 7830
 
16,4 ct
 
6,1 ct
 
2,09 €
© Druckerchannel (DC)

S/W- und Farbdruckkosten auf Normalpapier

Sowohl beim S/W-Druck als auch beim Farbdruck auf Normalpapier fällt der starke Kostenunterschied zwischen Druckern mit Patronen- und Flaschentinten auf. Bei letzteren liegen die Druckkosten bei deutlich unter einem Cent und sind somit kaum noch der Rede wert. Der Vorteil des Ecotank-Systems gegenüber dem Pixma-G ist bei Werten von deutlich unter einem Cent dann auch nicht mehr wirklich relevant.

Im Gegensatz dazu erscheinen die Kosten der Drucker mit herkömmlichen Patronen fast astronomisch hoch. Der reine S/W-Anteil liegt beim Canon TR8550 bei knapp unter 4 Cent - das ist tatsächlich recht viel, wenn gleich noch akzeptabel. Der HP liegt sogar bei knapp über sechs Cent - der Maxify MB5150 von Canon (nicht in diesem Test) druckt zum gleichen Preis sogar vierfarbig.

Beim Farbdruck nach ISO 24711/24712 liegen die Werte vom HP proportional ähnlich höher als beim Einzelpatronen-Drucker von Canon. Während man den Pixma durchaus noch als moderat in Punkto Farbkosten bezeichnen kann, liegen die des Envy-Photo-Gerätes schon auf hohem Level. Die Geräte mit Tinten aus Flaschen drucken hier für einen Bruchteil der Kosten.

Gemessene Farbdruckkosten auf Fotopapier

Im Fotodruck steigt der Verbrauch naturgemäß deutlich an. Das gilt für die Geräte mit Tintenpatronen wie auch für die beiden teuren Drucker mit günstiger Flaschentinte. Während wir die Kartuschen zum Test mit unserem Testfoto leergedruckt haben, konnten wir diese Prozedur bei den Tintentank-Geräten so nicht durchführen. Wir haben zwar auch hier die Behälter einmal vollständig leer gedruckt, konnten aber für die verbleibende Resttinte nur eine sehr grobe Schätzung abgeben. Daher sind diese Werte lediglich hochgerechnet, was sicherlich prozentual einen recht großen Fehler ausmachen kann, sich in absoluten Zahlen jedoch kaum bemerkbar machen sollte.

Beide Systeme mit Tanks verbrauchen Tinte beim Druck eines A4-Fotos für unter sechs Cent - der zusätzliche Anteil für Fotopapier wird in aller Regel höher ausfallen. Demgegenüber stehen fast 75 Cent für das Foto beim Pixma-TR8550, der im Test auch die mit Abstand beste Qualität lieferte. Auch wenn dies gegenüber dem direkten Vorgänger MX925 und auch modernen Bürotintendruckern ein vergleichsweise hoher Wert ist, ist der Preis noch in Ordnung.

Im Gegensatz dazu der Envy Photo 7830 von HP: Da die Farbkartusche nach nur 22 Seiten kein Gelb mehr enthielt mussten wir den Test hier schon wieder abbrechen. Besonders ärgerlich ist auch, dass HP keine Meldung der leeren Tinten bringt, sondern irgendwann einfach streifig druckt. Mindestens ein Blatt Fotopapier ist hier also zusätzlich unbrauchbar. Die Schwarzpatrone, die auch zum Einsatz kommt, hat dem gegenüber über 260 Fotos drucken können. Kumuliert ergibt dies einen Seitenpreis, der ohne Fotopapier bei fast zwei Euro je A4-Vorlage liegt.

Instant-Ink für HP

Wer sich für diesen Fotodrucker entscheidet, sollte sich vor jedem Druck genau überlegen was er druckt, oder besser gleich zum Tintenlieferdienst Instant Ink greifen, wo der Seitenpreis unabhängig von der Vorlage immer gleich ist.

Wer jedoch nur normale Dokumente druckt, kann für einen ähnlichen, sogar günstigeren Seitenpreis auch zu einem Büro-Tintendrucker greifen und muss seine Verbrauchsdaten dann nicht an HP ausliefern - und muss auch nicht zahlen, wenn er oder sie mehrere Monate nichts gedruckt hat.

*1
Diese Tabelle wird automatisch aktualisiert.

Preise

Alle Preise sind Preisempfehlungen der Hersteller (UVP).

Kosten & Starterreichweite

In die Druckkosten kalkulieren wir anteilig verbrauchte Materialien auch nur anteilig hinein. Weiterhin berücksichtigt Druckerchannel die Starterreichweiten - diese werden vom Druckvolumen abgezogen und reduzieren somit die durchschnittlichen Seitenkosten.

*2
ISO-Farbdokument (ISO/IEC 24712): A4-Farbdokument (fünfseitig) auf Normalpapier in Standardqualität.
*3
Schwarzanteil aus ISO-Farbdokument (ISO/IEC 24712 (nur SW)): Mit diesem fünfseitigen Dokument sind Tintendrucker und Farblaser getestet.
*4
DC-Farbfoto (dc_fotoyield): A4-Farbfoto mit Rand auf Fotopapier (Glanz) in sinnvoller Auflösung und Qualität.

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