Epson LX-C10060 (Japan): Neuaufgelegter 100-ipm-Tintendrucker
Epson hat große Ambitionen, den schrumpfenden Druckermarkt von hinten aufzurollen. Als Ziel hat man sich nicht weniger gesetzt, als die etablierten Laserdrucker durch Modelle auf Basis von Tinte zu ersetzen. Dass diese Technik ihre Vorteile hat, ist unstrittig: Tintendrucker sparen Strom und verwenden deutlich weniger Teile, die verschleißen und regelmäßig ausgetauscht werden müssen. Auf der anderen Seite ist der Markt hart umkämpft und fest in der Hand von Größen wie Canon, HP, Kyocera, Ricoh, Xerox und so weiter. Dazu haben Tintendrucker einen schlechten Ruf, was die Zuverlässigkeit und die Textdruckqualität angeht - das sind allerdings Punkte, die man je nach Geräteklasse problemlos widerlegen könnte.
Dennoch gilt, dass sich Tintendrucker vor allem nur bei eher günstigeren Geräten für Privatanwender und allenfalls in kleineren Büroumgebungen durchgesetzt haben. Im dritten Quartal 2025 ist Epson dabei sogar zum weltweiten Marktführer vor HP aufgestiegen. Das Geschäft mit Hochleistungsdruckern hat bei den Japanern jedoch noch nicht so richtig Fahrt aufgenommen. Und das, obwohl (oder auch gerade weil) man fast allein auf weiter Flur steht. Mitbewerber gibt es derzeit eigentlich nur mit dem, ebenfalls japanischen, Exoten Riso. Canon und HP haben sich aus dem Segment vor Jahren schon verabschiedet. Kyocera hätte ebenfalls das technologische Know-how, setzt dieses derzeit aber "lediglich" bei Produktionsdruckern ein.
Workforce Enterprise
Der große Wurf sollte Epson mit der Workforce-Enterprise-Serie gelingen. Diese wurde 2017 mit einem 100-ipm-Modell mit seitenbreitem Druckkopf eingeführt und vor ziemlich genau sechs Jahren durch den WF-C21000 ersetzt. Varianten gibt und gab es auch mit 60 und 75 ipm. Die recht wuchtigen Modelle waren und sind preislich jedoch ziemlich weit oben angesiedelt und hinterließen eine große Lücke im Portfolio. Daher folgten 2022 auch "kleinere" Modelle der neuen "AM-C" Serie für Druckgeschwindigkeiten ab 40 Seiten je Minute bei einer gleichzeitigen Beschränkung auf das A3-Format. Das "AM" steht übrigens für "Advanced Multifunction". Die Enterprise WF-Serie verblieb jedoch weiterhin im Sortiment.
Epson LX-C10060 in Japan - oder Workforce Enterprise AM-C10000?
In Japan tut sich hier nun jedoch etwas. Bereits im Februar hat man ein neues Topmodell vorgestellt, welches ab Mai 2026 den Epson Workforce Enterprise WF-C21000 ersetzen soll: den LX-C10060. Im Rest der Welt dürfte dieses jedoch unter einem anderen Namen erscheinen. Gemäß der aktuell verwendeten Nomenklatur dürfte das dann vermutlich (!) der Workforce Enterprise AM-C10000 werden.
Am grundsätzlichen Konzept gibt es auch mit dem LX-C10060 keine Änderungen. Im A4-Modus bietet das High-End-Gerät ein 100-ipm-Druckwerk mit einem seitenbreiten Piezo-Druckkopf und zugleich umfangreiche Finisher- und Papieroptionen.
In einem erst kürzlich veröffentlichten Video zeigen sich jedoch auch Fortschritte, die Epson seit der Vorstellung der letzten Generation erzielen konnte. So wird das Drucktempo im A3-Modus in Farbe oder S/W auf 57 ipm etwas erhöht. Spannender ist jedoch, dass der Enterprise diesen nun auch im Duplexmodus halten und sich somit von bislang 36,6 ipm um satte 60 Prozent verbessern kann.
Beim Papiervorrat bleibt indes alles beim Alten. Das Gerät ist auf insgesamt vier Standardkassetten (jeweils bis 550 Blatt) und eine Großraumzufuhr (3.000 Blatt) erweiterbar. Zusammen mit dem Universaleinzug ergibt sich somit Platz für bis zu 5.350 Blätter im A4-Format. Bei der Bestückung mit A3 dürfte die maximal mögliche Kapazität etwas niedriger ausfallen. Im japanischen Präsentations-Video bewirbt Epson das Gerät übrigens mit einer noch höheren Kapazität, was jedoch der niedrigeren Grammatur von nur 64 g/m² geschuldet sein dürfte.
Interessanterweise hat sich Epson dazu entschieden, die Farbpatronen mit etwas weniger Tinte auszustatten, die dann "nur" noch für 48.000 statt bislang 50.000 Seiten reicht. Die beiden parallel installierten Patronen für Schwarz bieten dafür nun eine Ausdauer von jeweils 57.000 Seiten, was dann summiert 114.000 Seiten entspricht.
Als weiteres Verbrauchsmaterial gibt es eine Wartungsbox für überschüssige Tinte und für den regelmäßigen Austausch neue Einzugsrollen für die Kassetten und den ADF. Der Druckkopf ist offiziell verschleißfrei, kann jedoch auch gewechselt werden.
Komplett überarbeitet hat Epson zudem das Bedienkonzept. Dieses dürfte sich weitgehend an dem orientieren, was die aktuelle Serie um den AM-C6000 (60 ipm, ohne SRA3) schon jetzt bietet. Das große Display lässt sich dabei steil anwinkeln und bietet die farbenfrohe Benutzeroberfläche, die in vereinfachter Form auch bei günstigen Druckern für Privatkunden oder den neueren Scannern eingesetzt wird.
Eine Vorstellung für den deutschen Markt ist noch offen. Der vom Druckerchannel vermutete Modellname Workforce Enterprise AM-C10000 ist zudem nicht in Stein gemeißelt.




