Outsourcing: Canon will Teile der Druckerproduktion auslagern
Der Präsident des japanischen Elektronikkonzerns Canon, Fujio Mitarai, hat der Wirtschaftszeitung Nikkei Asia bemerkenswerte Einblicke gegeben.
In dem am 10. Januar (unter einer Bezahlschranke) veröffentlichten Interview kündigte der 89-jährige Manager entscheidende Veränderungen an. Demnach soll die Produktion von Druckern und Kameras aus dem "unteren Marktsegment" ausgelagert werden. Als Begründung wird eine Schwäche bei der Nachfrage und dementsprechend des Absatzes genannt. Ein Zeitplan wurde noch nicht bekannt gegeben.
Canon produziert bislang sämtliche Drucker in eigenen Werken. Ein Großteil der Geräte dürfte aus Vietnam (seit 2002) stammen. Einige Produktkategorien werden allerdings unter anderem auch in Thailand und Japan herstellt.
We want to go fabless with the printers and lower-end digital cameras we manufacture in Asia.Fujio Mitarai, CEO Canon
Während man die Entwicklung sowie die Fertigung von Schlüsselkomponenten in Japan halten will, oder auch dahin zurückverlagern möchte, könnte die Endmontage an Drittanbieter nach Südost-Asien abgegeben werden.
Auf welche Produkte sich diese Aussagen im Detail beziehen, bleibt unklar. Gemeint sind neben Tintendruckern offensichtlich aber auch Laserdrucker, die Canon für sich selbst und zu großen Teilen auch in Auftrag für den Weltmarktführer HP fertigt.
Mitarai zufolge hat sowohl die Drucker- als auch die Kamerasparte mit herben Umsatzrückgängen zu kämpfen. Das zeigen übrigens auch die IDC-Zahlen. Während man in den Jahren bis einschließlich 2018 noch stabil über 20 Millionen Drucker verkauft hat, scheint es 2024 eher in Richtung 16,5 Millionen ausgelieferter Einheiten zu gehen. Genaue Zahlen liegen noch nicht vor.
Zukünftig wollen sich die Japaner ohnehin mehr auf Geschäftskunden (B2B) konzentrieren, die für eine höhere Wertschöpfung sorgen. Als Wachstumssegment gilt zudem der medizinische Bereich ("Canon Medical Systems"), der erst 2016 von Toshiba übernommen wurde.


