Die Tintenpatronen der acht Multifunktionsdrucker in diesem Testfeld haben stark unterschiedliche Reichweiten und Preise. Zwei der Testkandidaten (Canon und Kodak) verwendet Farbkombipatronen. Das heißt: Ist eine Farbe leer, wandern die anderen noch nicht verbrauchten Farben zwangsläufig mit in den Abfall. Bei allen anderen Druckern aus diesem Testfeld (Brother, Canon, Epson und HP) braucht man nur die Patronen zu wechseln, die tatsächlich leer sind.
Dass Kombi- oder Einzelpatrone aber keinen Einfluss auf die Druckkosten haben muss, zeigen wir auf der Seite "Die Druckkosten" dieses Vergleichstests.
Wie bei fast allen Brother-Multifunktionsgeräten finden die vier separaten Tintenpatronen vorne rechts im Drucker Platz. Den Druckerdeckel braucht man, wie bei den meisten anderen Geräten, dabei nicht zu öffnen. In den Farbpatronen steckt Farbstofftinte (Dye-Tinte). Die Reichweiten der Patronen ist zwar mit 600 S/W- und 600 Farbseiten in Ordnung, allerdings hat Brother ähnlich große Tintenpatronen im Angebot, die die doppelte Reichweite schaffen - die dickere Schwarzpatrone hält sogar vier Mal so lange. Im MFC-J825DW lassen sich die jedoch nicht verwenden.
Noch verzichtet Brother auf den Einsatz von Speicherchips auf den Tintenpatronen, die den Füllstand kontrollieren und Drittanbietern das Leben schwer machen sollen.
Der Brother MFC-J825DW nimmt zwei verschiedene Sätze Tintenpatronen auf. Das sind die Patronen LC1220 mit einer Reichweite von 300 Seiten und die mit doppelt so viel Tinte befüllten LC1240 für 600 Seiten.
Ähnlich wie beim Brother-Gerät befinden sich beim Canon Pixma MG3150 die Tintenpatronen zum Austauschen vorne rechts hinter einer Klappe. Das Raus- und Reinfummeln der beiden Kombipatronen ist aber umständlich.
In den MG3150 lassen sich zwei verschiedene Patronengrößen einsetzen - solche mit wenig Tinte (PG-540 und CL-541) und jeweils eine XL-Variante. Die XL-Patronen haben einen deutlichen Preisvorteil, auch wenn die Druckkosten damit immer noch viel zu hoch sind.
Unverständlich ist die Tatsache, dass sich mit dem Billigmodell MG3150 600 S/W-Seiten drucken lassen, mit dem rund 60 Euro teureren MG5350 jedoch nur 339 Seiten.
Im MG5350 arbeiten fünf separat austauschbare Tintenpatronen mit den Farben Cyan, Magenta, Gelb, Fotoschwarz (alles Dye-Tinte) und Textschwarz (Pigmenttinte). Der Druckkopf bleibt während des Druckerlebens im Gerät - sollte ein Defekt am Druckkopf auftreten, lässt sich der mit einem Handgriff austauschen.
An jeder Tintenpatrone hat Canon einen kleinen Chip angebracht, der den Füllstand speichert. Zusätzlich ist eine kleine LED auf dem Chip, die den Zustand der Patrone anzeigt - eine weitere Patenthürde gegen Drittanbieter. Gegen diese Hürde verwenden Drittanbieter gerne Infrarot-Chips. Auch darauf hat Canon mit der neuen Gerätegeneration reagiert und Infrarotfilter gegen kompatible Patronen eingesetzt.
Die Canon-Schwarzpatronen vom Typ PGI-525PGBK haben die geringste Seitenreichweite im Testfeld. Die Reichweite der Farbpatronen (CLI-526) ist mittelmäßig. Die Fotoschwarzpatrone CLI-526BK hat unten in der Tabelle nur deshalb eine so extrem hohe Reichweite, weil sie beim Druck des ISO-Testdokuments auf Normalpapier nicht verwendet wird. Sie verbraucht sich dennoch, weil der Druckkopf bei jedem Reinigungsvorgang Tinte verbraucht. Erst auf Fotopapier kommt die Fotoschwarzpatrone zum Einsatz.
Für die aktuellen Epson Stylus BX- und SX-Drucker gibt es drei Patronentypen mit unterschiedlichen Füllmengen. Das sind die T128x-Patronen mit sehr geringer Reichweite, die T129x-Patronen mit geringer Reichweite und die "vollen" Patronen mit der Bezeichnung T130x. Das x steht für die jeweilige Farbe - zum Beispiel T1291 für Schwarz, T1292 für Cyan und so weiter.
Im Unterschied zum Stylus Office BX535WD hat es Epson im Stylus SX440W verhindert, dass man die Patronen mit hoher Reichweite (T130x) einsetzen kann. Hier kann man nur die Patronentypen T128x und T129x verwenden. Die enthaltene Tinte ist immer die gleiche.
Im Stylus Office BX535WD kann man die T129x oder die T130x-Patronen verwenden. Die Reichweite der T130x-Patronen ist hoch und die Druckkosten sind niedrig.
Der Piezo-Permanentdruckkopf bleibt während des Druckerlebens im Gerät - er lässt sich auch nicht wie bei Canon, HP oder Kodak austauschen. Weil die Piezodüsen aber nicht wie bei Canon, HP oder Kodak thermisch, sondern mechanisch arbeiten, sind defekte Düsen unwahrscheinlicher.
Im Unterschied zu Brother, Canon und HP enthalten die Epson-Patronen pigmentierte Tinte auch in den Farbpatronen. Obwohl Texte, die mit Pigmentinte gedruckt sind, im Normalfall schneller verschmieren (zum Beispiel mit Finger oder Textmarker), lässt sich die Epsontinte kaum verschmieren. Sie verlaufen auch nicht, wenn der Ausdruck mit Wasser in Berührung kommt und verblassen kaum, wenn Fotos dem Licht ausgesetzt sind, wie es bei Dye-Tinte der Fall ist.
HP verwendet im Photosmart 6510 die weit verbreiteten Patronen Nr. 364. Sie gibt es mit geringer Reichweite und als "XL"-Patrone. Die Reichweiten der Schwarzkartuschen ist Mittelmaß, die der Farbpatronen mit die höchste im Testfeld.
Öffnet man den Druckerdeckel, fährt der auswechselbare Permanentdruckkopf mit den vier einzelnen Patronen in die Austauschposition. Der Wechsel der Tintenpatronen ist völlig problemlos.
Besonders bei Ebay gibt es immer wieder auffällig günstige neue Drucker zu kaufen. Erst auf den zweiten Blick erkennt man, dass im Lieferumfang keine Originalpatronen enthalten sind, sondern billige kompatible. Der Händler hat also den Karton geöffnet und die Originalpatronen entnommen - die verkauft er separat. Den Drucker kann er so günstiger anbieten und viele Kunden lesen das Kleingedruckte nicht, erkennen also nicht, dass dort die Originalpatronen gegen kompatible Patronen ausgetauscht wurden.
Um dieses Vorgehen zu verhindern, steckt HP in den Lieferumfang der beiden HP-Drucker Tintenpatronen, auf denen das Wort "Setup" zu finden ist. Die sind zwingend erforderlich, um den Drucker das erste Mal in Betrieb zu nehmen.
Der teurere Photosmart 7510 arbeitet mit der gleichen Patronenserie wie der Photosmart 6510. Einziger Unterschied ist die zusätzliche Fotoschwarzpatrone.
Genau wie beim Canon Pixma MG5350 ist auch hier die Reichweite der Fotoschwarzpatrone nur deshalb so hoch, weil sie beim Druck des ISO-Testdokuments auf Normalpapier nicht verwendet wird. Dennoch verbraucht sie sich, weil der Druckkopf regelmäßig Reinigungen durchführt - und diese verbrauchen Tinte.
HP Photosmart 7510 C311a - Verbrauchsmaterialien 06/2013*1
Kodak verwendet wie Epson pigmentierte Tinte, die im Licht weniger ausbleicht als die Dye-Farben, die im Brother, Canon und HP stecken. Kodak verwendet einen Kombipatrone, die alle Druckfarben enthält und eine separate Schwarzpatrone. Ist also eine Farbe leer, muss man die komplette Patrone in den Müll schmeißen, obwohl die anderen Kammern noch Tinten enthalten können. Trotzdem sind die Farbdruckkosten der Kodak-Drucker in diesem Testfeld die günstigsten.
Der Druckkopf bleibt während des Druckerlebens im Gerät. Man kann ihn aber mit einem Handgriff wechseln, wenn ein Defekt vorliegen sollte.
Diese Tabelle wird automatisch aktualisiert. Alle Preise sind, soweit nicht anders angegeben, aktuelle Empfehlungen der Hersteller (UVP).
Kosten & Starterreichweite
In die Druckkosten kalkulieren wir anteilig verbrauchte Materialien auch nur anteilig hinein. Weiterhin berücksichtigt Druckerchannel die Starterreichweiten - diese werden vom Druckvolumen abgezogen und reduzieren somit die durchschnittlichen Seitenkosten.
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ISO-Farbdokument (ISO/IEC 24712): Mit diesem fünfseitigen A4-Dokument werden Farbdrucker getestet.
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