Der Druckerhersteller Lexmark aktualisiert durch zwei Neuvorstellungen seine Büro-Tintendrucker. Im Inneren stecken jetzt neue Patronen die deutlich höhere Druckkosten verursachen, zudem hat Lexmark die Garantie verkürzt.
Unter der Haube arbeitet ein für Bürotintendrucker recht gemächliches 4-Farb-Druckwerk, dass sechs Farb- und zehn S/W-ISO-Seiten pro Minute zu Papier bringt. Zur Standardausstattung zählen ein Fax in Verbindung mit einem automatischen Dokumenteneinzug (ADF), der entgegen vieler Konkurrenzmodelle jedoch nicht duplexfähig ist, also Vorder- und Rückseite nicht ohne Benutzereingriff scannen kann. Hinzu gesellen sich USB und Netzwerkschnittstellen (Wlan und Lan) sowie ein Duplexer für den automatischen, beidseitigen Druck.
In Punkto Papierverarbeitung hat Lexmark die beiden Neulinge aufgewertet. Zusätzlich zur Standard-Papierkassette, die 150 Blatt aufnehmen kann, lassen sie sich durch eine 550-Blatt-Kassette auf üppige 700 Blatt aufrüsten. Zudem verstehen sie die Druckersprachen PCL5, PCL6 und Postscript.
Die beiden Geräte unterscheiden sich durch das Display und den Kartenleser. Im Gegensatz zum Pro715 (200 Euro) lässt sich der 50 Euro teurere Pro915 tastenlos per Touchscreen bedienen. Die Displaydiagonale misst 4,3 anstatt 2,4 Zoll beim günstigeren Pro715. Zudem kann der Pro915 auch noch SD-Karten lesen.
Im Vergleich zu den Vorgängern senkt Lexmark die UVP um 20 beziehungsweise 50 Euro. Allerdings haben die Amerikaner bei der Geräte-Garantie den Rotstift angesetzt. Während die Vorgängermodelle mit einer 5-Jahres-Garantie ausgestattet waren, streicht Lexmark diese bei den beiden Neulingen auf ein Jahr herunter.
Ebenfalls von den Vorgängermodellen hat Lexmark die Patronen- und Preispolitik übernommen. So gibt es weiterhin Rückgabepatronen, die man nicht wiederbefüllen kann und teurere Patronen die sich dafür wiederbefüllen lassen. Zudem gibt es auch wieder eine preiswerte Schwarzpatrone für günstigeren Textdruck.
Neu sind die Bezeichnungen und Reichweiten der vier Einzelpatronen. Neben den Standardpatronen (Nr. 150) die jeweils 200 ISO-Seiten drucken können, gibt es auch voll befüllte Patronen, die die Bezeichnung Nr. 150XL tragen und für 700 Farb- beziehungsweise 750 Schwarz-Seiten ausreichen. Die XL-Patronen gibt es auch als wiederbefüllbare "A-Variante" (Nr. 150XLA), die Lexmark gut 20 Prozent teurer als die Rückgabepatronen anbietet.
Für den günstigen Schwarzdruck sorgt die Nr. 155XL-Patrone, die 15 Euro kostet und 750 Seiten durchhält. Damit verdoppeln sich die S/W-Druckkosten im Vergleich zur Nr. 105XL-Patrone der Vorgängermodelle, die 510 Seiten schafft und nur 5 Euro kostet. Für eine Text-Seite zahlt man daher nichtmehr wie bisher einen sondern zwei Cent.
Mit den neuen Tintenpatronen hat Lexmark zwar die Seitenreichweite gesteigert, aber auch kräftig an der Preisschraube gedreht. Im Vergleich zum Pro901 steigen die Druckkosten der beiden Neuvorstellungen um über 35 Prozent. Sie liegen damit auf dem Niveau des Prevail Pro705, dem Lexmark den Einsatz der günstigen Schwarzpatrone verwehrt hat.
Im Vergleich mit zahlreichen Konkurrenz-Modellen der Oberklasse fallen die neuen Lexmark-Druckkosten hoch aus. Geräte von Epson, HP und Kodak drucken die Normseite zwei- bis dreimal günstiger als die beiden Lexmark-Neuvorstellungen. Zu beachten ist indes, dass man diese Druckkosten nur mit den Rückgabe-Patronen erreicht. Mit den wiederbefüllbaren "A-Patronen" hingegen ergeben sich Druckkosten von fast 20 Cent.
Alle Preise sind Preisempfehlungen der Hersteller (UVP).
Kosten & Starterreichweite
In die Druckkosten kalkulieren wir anteilig verbrauchte Materialien auch nur anteilig hinein. Weiterhin berücksichtigt Druckerchannel die Starterreichweiten - diese werden vom Druckvolumen abgezogen und reduzieren somit die durchschnittlichen Seitenkosten.
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ISO-Farbdokument (ISO/IEC 24712): Mit diesem fünfseitigen A4-Dokument werden Farbdrucker getestet.
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